Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Niederlande!

08. bis 10. mai

 

herzlich willkommen

Vom 08. bis 10. Mai 2020 ist die Gartenwelt bereits zum 24. Mal zu Gast in den beschaulich-meditativen Höfen und Gärten des ehemaligen Kloster Neustift in Freising. Als allererster Gartenmarkt in Süddeutschland sind wir 1997 angetreten, um engagierten Gärtnereien und allen, die mit echtem Interesse Gartenprodukte erfinden und vertreiben, ein Forum zu bieten, die Vielfalt und Einzigartigkeit unserer eben nicht standardisierten Gartenwelt zu präsentieren und somit wahrhafte Gartenkultur ins Land zu tragen.

 
 
 


In diesem Jahr stehen die Freisinger Gartentage unter dem Motto "Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Niederlande!". Wir freuen uns auf Aussteller und Referenten von Weltruf, die uns umfassend Einblick in die faszinierende Welt der niederländischen Gärten und Landschaften geben werden.

 

Denkt man an die Niederlande und an Gärten kommen einem sofort Tulpen in den Sinn. Mir besonders, weil meine Großmutter schon in den 1960er Jahren auf Tulpenfahrten ging und begeistert mit den buntesten Tulpenmischungen nach Hause kam. Diese Tulpen sind nicht auszurotten und kommen noch heute überall im Garten zu Tage, ob sie dort passen oder nicht. In den Niederlanden wurden Tulpen im Mittelalter zum Liebhaberobjekt. Es entstand eine wahre Tulpenmanie, was dazu führte, dass im 17. Jahrhundert Tulpen mit Gold aufgewogen wurden. Die Preise stiegen ins Unermessliche. Als die Spekulationsblase platzte, stürzte das ganze Land in eine Finanzkrise. Der Leidenschaft für die Tulpe hat dies keinen Abbruch getan. 77% der weltweit gehandelten Zwiebelpflanzen kommen aus den Niederlanden. Noch heute verwandeln Millionen von Tulpen in mehr als 800 Sorten den berühmten Keukenhof südwestlich von Amsterdam in ein 32 Hektar großes Farbenmeer, das die gestalterische Handschrift unserer Referentin Jacqueline van der Kloet aus Weesp trägt. Weltweit zeugen überwältigende Staudenpflanzungen von ihrem feinen Gespür. Durch unzählige sorgsam aufeinander abgestimmte Zwiebelpflanzen überzeugen diese schon im Frühjahr.

 

Meine nächste Begegnung mit niederländischer Gartengestaltung war völlig anderer Natur. Während meines Studiums zu Beginn der 1980er Jahre war die Ökogartenbewegung gerade auf dem Höhepunkt. Der holländische Architekt und Öko-Pionier Louis "The Wild Man" Le Roy war uns ein Guru und sein Buch "Natur ausschalten, Natur einschalten" (Klett Cotta, 1978) eine Bibel. Seine Öko-Kathedrale, die er im friesischen Mildam aus Bauschutt und recycelten Bau- und Wegematerialien errichtete, wurde der Natur und den Elementen überlassen, zu einem neuen, häufig gepriesenen und bis heute lebendigen Ökosystem.

 
 


10 Jahre später wurden wir Zeugen wie zeitgleich mit dem New German Style und dem New American Garden die Dutch Wave über uns hinweg rollte und das noch immer tut. Allerorts war eine neue, natürlichere aber dennoch ästhetisch höchst ansprechende Verwendung von Stauden gefragt. Als Mutter dieser Bewegung darf wohl die einflussreiche Gartenarchitektin Mien Ruys (1904-1999) gelten. Ihr Leitsatz "natürlich wirkende Pflanzungen in streng gestaltetem Rahmen" hat all die späteren Größen der Pflanzenverwendung nachhaltig beeinflusst. Es entstanden Gärten wie der Priona Garten von Henk Gerritsen und Anton Schlepers, der bezaubernde Garten des Malers Ton ter Linden aber auch der Teegarten von Jacqueline van der Kloet in Weesp südwestlich von Amsterdam. Nicht zu vergessen Anja und Piet Oudolf, die 1982 in Hummelo nahe Arnheim ihre Staudengärtnerei gründeten und dort die Stauden und Gräser vermehrten und züchteten, die Piet weltweit in seinen grandiosen Staudenpflanzungen vorzüglich miteinander kombiniert. Ihr Privatgarten, der heute leider nicht mehr geöffnet ist, wurde zur Galerie für seine unvergleichlichen Pflanzenkombinationen und bald zu einem Mekka für Gartengestalter und Pflanzenliebhaber. Piet Oudolf, mittlerweile der Star der internationalen Pflanzenverwendung, kommt bereits zum 3. Mal nach Freising und wird mit uns über seinen Werdegang und seine weltweit beachteten Projekte sprechen.

 

Zeitgleich fanden sich Designer und Pflanzenverwender, Gartenhistoriker, Autoren und Journalisten aus ganz Europa und den USA zu einem internationalen Erfahrungsaustausch, zu gemeinsamen Symposien und Reisen zusammen. Rob Leopold, der großartige, leider viel zu früh verstorbene Gartenphilosoph und Sammler seltener und in Vergessenheit geratener Pflanzensamen war einer der geistigen Motoren dieser Bewegung. Dieser gehörten von Anfang an Größen der Landschaftsarchitektur und Pflanzenverwendung wie Jacqueline van der Kloet, Petra Pelz, Ulf Nordfjell, Piet Oudolf, James van Sweden, Wolfgang Oehme und Christopher Bradley-Hole an, um hier nur einige zu nennen. Im Jahr 1996 wurde sie von Leo den Dulk und Rob Leopold "Perennial Perspectives" getauft. Über diese Bewegung und ihre Bedeutung für die holländische Gartenkunst wird uns Drs. Leo den Dulk, der Orientalist, Gartenhistoriker, Schriftsteller, Natur- und Gartenfreund, und Mitherausgeber des ältesten niederländischen Gartenmagazins onzeeigenTUIN, in seinem Vortrag "Holländische Gärten und die Natur" informieren.

 

Auch die Gärtnerei De Hessenhof in Ede von Miranda und Hans Kramer ist ein Mekka für Pflanzenliebhaber aus ganz Holland und dem Rest der Welt. In den Mutterpflanzenbeeten finden sich 6.000 Sorten, die dort gesichtet und auf Ihre Qualität geprüft werden, bevor die 2.000 bis 3.000 besten Sorten eigenvermehrt in den Verkauf kommen. Wer etwas wirklich Besonderes und Ausgefallenes sucht, findet es sicher bei den Kramers. In seinem Vortrag wird uns Hans Kramer alles über seine Art der Pflanzenvermehrung berichten und auch wertvolle Tipps zu deren Verwendung geben. Wir freuen uns darauf, Hans Kramer außerdem auch als Aussteller begrüßen zu dürfen!

 
 

 

Zu Beginn des Gartenjahres werden die vielfältigen, qualitätsvollen und besonderen Ausstellungsinhalte und Sortimente der über 100 ausgewählten Aussteller die Herzen aller Gartenliebhaber höher schlagen lassen. Aufgrund des überragenden Angebots an besonderen Gartenpflanzen und Pflanzenraritäten sind die Freisinger Gartentage eines der bedeutendsten Ereignisse im internationalen Gartenkalender. Mehr als 50 der bekanntesten Staudengärtnereien und Baumschulen aus ganz Deutschland, Österreich, Slowenien und aus der Tschechische Republik werden ihre qualitätsvollen Pflanzensortimente und Neuzüchtungen, darunter wahre Seltenheiten, präsentieren. Sie begründen den ausgezeichneten Ruf der Freisinger Gartentage als Pflanzenmarkt mit dem außergewöhnlichsten Angebot und machen sie so zu einem absoluten Muss für Pflanzenliebhaber und Gartenbesitzer. Information und Beratung werden neben dem Verkauf immer ganz groß geschrieben. Die engagierten Aussteller, das vielfältige und besondere Angebot und das informative Rahmenprogramm mit Vorträgen, Ausstellungen und Buchempfehlungen werden Sie wieder begeistern.

 
 

 

Die 24. Freisinger Gartentage werden am Freitag, den 08. Mai 2020, um 13.30 Uhr im Rahmen eines Festakts im Kreuzgang des ehemaligen Klosters Neustift eröffnet. Herr Peter Vermeij, Botschaftsrat für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität an der niederländischen Botschaft in Berlin wird zur Eröffnung ein Grußwort sprechen. Die Preisträger des Ausstellerwettbewerbs werden bekannt gegeben und erhalten die Plakette der Freisinger Gartentage.

Bereits zum siebten Mal organisiert der Freundeskreis Weihenstephaner Gärten e. V. die sehr beliebte Pflanzentombola zu Gunsten der Weihenstephaner Gärten. Die erlesenen Gewinne – von den Ausstellern und Freunden des Vereins großzügig gespendete Pflanzenraritäten und Neuheiten – werden am Stand des Freundeskreis Weihenstephaner Gärten e. V. präsentiert. Dort gibt es während der Gartentage auch die Lose zu kaufen. Spielen Sie mit und tun Sie Gutes! Wir wünschen Ihnen viel Glück!

 

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! 

 

Anita Fischer und das Gartentage-Team

 

Freising, den 07.02.2020